Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein

Museum, Arbeitskreis für Fasnachtsforschung, Alefanzorden

Zehn Jahre nach der Gründung der Narrenvereinigung waren es ebenfalls die führenden Repräsentanten dieses noch jungen, dynamischen Dachverbands, die die Idee hatten, unsere bunte Fasnacht mit Ihrer Vielzahl von Masken einer noch größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Idee eines Museums war geboren.

 

Nach einigen Überlegungen bzgl. der Örtlichkeit rückte das Schloß Langenstein in den Fokus und so wurde man eines Abends bei Wilhelm Graf Douglas vorstellig, der die närrischen Vertreter freundlich zum Abendessen einlud. Sichtlich überrascht zeigten sie sich, als sie sahen, dass selbst auf einer adeligen Tafel eine hundsgewöhnliche Schwarzwurst mit Bauernbrot serviert wurde. Nach einigen Ringen dieses bäuerlichen Fleischerprodukts stimmte Graf Wilhelm zu und somit konnte am 9. November 1969 das Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein eröffnet werden. Die Narrenvereinigung Hegau-Bodensee, anfangs Betreiber des Museums, konnte diese Trägerschaft nicht auf Dauer behalten, da der Verband viele andere Aufgaben zu bewältigen hatte. Darum wurde am 3. Juni 1970 in Stockach der Verein „Fasnachtsmuseum Schloß Langenstein e.V.“ gegründet.

 

Das Fasnachtsmuseum wurde in den folgenden Jahren mehrmals erweitert und zeigt nun auf über 1.000 Quadratmetern in 11 Räumen alle Aspekte des Fasnachtsbrauchtums, darunter über 300 lebensgroße Narrenfiguren mit Häs und Maske. Ein zusätzlicher Saal steht für Sonderausstellungen und Veranstaltungen zur Verfügung.

 

Langensteiner Kreis für Fasnachtsforschung

 

Neben dem sammeln, bewahren und ausstellen hat das Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein aber noch ganz andere Aufgaben. Seit Jahrzehnten ist diese Institution zum festen Begriff geworden wenn es um Fasnachtsforschung geht. Im zweijährigen Turnus trifft sich darum der Langensteiner Kreis für Fasnachtsforschung um europaweite Aspekte dieses Brauchs zu diskutieren.

 

Alefanzorden

 

Der begehrteste Orden in der Hegau-Bodensee-Region ist der Alefanzorden der jedes Jahr vom Präsidenten der Langensteiner Cumpaney an einen besonders widerborstigen Zeitgenossen vergeben wird. Hier wird ausgezeichnet wer gegen den Strom schwimmt und "alefänzig" der Welt die Stirn bietet. Zu diesem Anlass trifft sich im Schloss Langenstein überregionale Prominenz aus Wirtschaft, Kultur und Politik.

 

Neukonzeption des Museums

 

In den kommenden Jahren soll das Musem von Grund auf neu konzipiert werden und wird darum u.a. von der Bundesregierung unterstützt.

Im Augenblick wird an zukunftsweisenden Präsentationsmöglichkeiten wie Holografie, Virtuel Reality und Augmented Reality gearbeitet.

 

 

 

Der frühere Ministerpräsident Erwin Teufel, Narrenrichter Bosch und Präsident Fuchs im Jahr 2016 bei der Alefanzordensverleihung

Referent Warndorf 2016 beim Langensteiner Kreis für Fasnachtsforschung